Von der EM zur WM

Die Hersteller achten sehr darauf, die internationalen Abkommen einzuhalten. Sie weisen gern nach, dass sie Verträge mit den Fabriken in den jeweiligen Ländern geschlossen haben, in denen rückhaltlos die Einhaltung der Sozialstandards festgeschrieben ist. Sie zahlen die landesüblichen Mindestlöhne - manchmal sogar mehr -  und halten die maximale Arbeitsstundenzahl pro Woche ein.

Das alles wollen wir als richtig unterstellen und gar nicht anzweifeln. Fest steht dennoch, dass die Familien sich von den gezahlten Löhnen nicht ernähren können und die Kinder dazuverdienen müssen. Wenn sich die Hersteller darauf berufen, dass sie die Gesetze und Sozialregeln des jeweiligen Landes und der internationalen Abkommen einhalten, die Familien aber trotzdem davon nicht leben können, stimmt etwas nicht. Insbesondere die Zukunft der Kinder bleibt weitgehend unberücksichtigt.

Nike zeigte 2008, wie wenig Verantwortung der Konzern für die ArbeiterInnen in Sialkot tragen will. Aufgrund eines Verdachts von Kinderarbeit kündigte Nike den Vertrag mit seinem größten Hersteller von Fußbällen in Sialkot. Die Produktion konnte erstaunlicherweise ohne Produktionsverlust in China weiter gehen.

Ziel

Mit Schulprojekte alle Kinder in die Schule bringen
Auch wenn die Bälle in Zukunft nicht mehr von Hand genäht, sondern geklebt werden, bleibt die Verantwortung für die Menschen, die in den letzten 50 Jahren für den Wohlstand der Hersteller gesorgt haben. Entsprechende Sozialprogramme müssen den Umstieg begleiten.

Bildungsarbeit
Schulen und Jugendeinrichtungen in NRW nehmen das Thema auf, Jugendliche beschäftigen sich mit den wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen in der Wirtschaft in Pakistan, China und in südamerikanischen Ländern. Sie lernen darüber auch Auswüchse in Deutschland zu beachten und sich gegen Ausbeutung in ihrem eigenen Berufsleben zu wehren (Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften).

Aktion

Ligavereine als Partner
Jugendliche schreiben die Ligavereine an. Sie fordern die Mannschaften auf, eine Erklärung zu unterzeichnen, dass sie mit fairen Bällen spielen und fair hergestellte Sportbekleidung tragen wollen. Fair heißt, dass die Menschen, die sie herstellen, von ihrem Lohn leben können und dass ihre Kinder zur Schule gehen können.

Aktion fairer Einkauf
Die Jugendlichen fragen in den Geschäften ihrer Umgebung nach fair gehandelten Produkten (Aktion mit GEPA und TRANSFAIR). Wenn sie Sportbekleidung oder Bälle der großen Hersteller kaufen wollen, fragen sie, wie sie hergestellt wurden und wie die Menschen in den Herkunftsländern leben. Sie bestehen darauf, Auskunft zu bekommen.

Unterstützer
terre des hommes, Kindernothilfe, Welthungerhilfe, UNICEF, Brot für die Welt

Forderungen

Letzteres soll Maßstab für die Wirksamkeit der Aktion sein: Die Hersteller sollen nachweisen, dass die Kinder zur Schule gehen. Sie sollen Anreize schaffen. Das kann dadurch geschehen, dass die Kinder für den Schulbesuch bezahlt werden – also Schulgeld bekommen. Ein Anreiz für die Kinder wie für die Eltern.

Weitere wichtige Forderung: Die Hersteller sollen in den Regionen nachhaltig dafür sorgen, dass Wohlstand entsteht. Die Kinder ab 15 Jahren sollen Berufsschulunterricht bekommen. Dies würde die bisherige Schulbildung ergänzen und zu einer Qualifizierung führen, die auch den Herstellern zu Gute käme. Besser ausgebildete MitarbeiterInnen würde auch die Qualität und Zukunftsfähigkeit der Herstellprozesse gewährleisten.